Biografie

In Edmund Georg Pielmanns Leben und Werk gibt es viele gegensätzliche Elemente, die seine Persönlichkeit ausmachen und die zur Entwicklung seiner ganz eigenständigen künstlerischen Handschrift beigetragen haben.

Edmund Georg Pielmann in Trinidad, 1970

Edmund Georg Pielmann in Trinidad, 1970

Er war ein gebildeter Mensch, ein ,pictor doctus’, der auch die Kunst früherer Jahrhunderte kannte und liebte, einer der schreiben konnte und dieses auch beruflich einsetzte.

Er war ein eigenwilliger, fast spröder Mensch — auch gerade, wenn es darum ging, sich selbst oder seine Kunst zu verkaufen — andererseits war er kompromisslos und wählte die Kunst zu seinem absoluten Lebensmittelpunkt. Schwere Erlebnisse in seiner Jugend, nicht zuletzt auch der Krieg, machten ihn zu einem fast schwermütigen Menschen, andererseits brach überall doch die Lebenslust hindurch.

Er liebte das Reisen, die Natur, die Schönheit der Frauen, versammelte einen Kreis von Schülern (u.a. Klaus Prior) um sich und hatte die Fähigkeit gerade auch unter den Künstlerkollegen Freundschaften zu gewinnen und sein Leben lang zu halten. Zu diesen Weggefährten gehörten der wesentlich ältere Oskar Kokoschka, Emilio Greco, Giacomo Manzù, Gabriele Münter und Hansjörg Wagner, um nur einige zu nennen.

Vor diesem Persönlichkeits- und Lebenshintergrund entstand eine sehr ehrliche und äußerst kraftvolle Malerei, die bei einer sehr reduzierten Formgebung ganz aus der Farbe lebt.

Dr. Ulrike Gärtner
Sachverständige für Kunst des 20. Jahrhunderts

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